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Ungerechtigkeit in der Krise: Mit 3 einfachen Schritten Ungerechtigkeit auflösen

Kennen Sie das, sie stehen mit dem Rücken zur Wand und gerade jetzt, wo Sie Hilfe  und Zuwendung brauchen, werden Sie ungerecht behandelt. Der Chef zieht einen anderen Mitarbeiter vor, sie bekommen die zugesagte Gehaltserhöhung doch nicht, Ihr Partner/In macht Ihnen ungerechterweise Vorwürfe wegen zu vieler Stunden im Büro. Gerade, wenn jemand mit seinem Schicksal ringt, sind wir oft nicht unterstützend, sondern wenden uns eher ab. Und das geht bis zur Ungerechtigkeit.

Schuld sind im Gehirn die sog. Spiegelneuronen. Sie sind verantwortlich dafür, dass der Mensch ein mitfühlendes Wesen ist. Sie sind ein Resonanzsystem im Gehirn, das Gefühle und Stimmungen anderer Menschen beim Empfänger sozusagen spiegelt, daher auch der Name. So werden an das Gehirn bereits Signale ausgesendet, die allein durch das Beobachten von Handlungen entstehen. Dadurch reagieren die Nervenzellen so, als ob man selbst die beobachtete Handlung ausübt.

Spiegelneurone ermöglichen uns, andere Menschen spontan und intuitiv, also schnell und ohne langes Nachdenken zu verstehen oder zu fühlen, was andere fühlen. „Gute Laune ist ansteckend“ heißt es im Volksmund und das ist auch wissenschaftlich belegt. Begründet durch Spiegelneuronen werden positive, aber auch negative, Spannungen an den Gegenüber weitergegeben. Wenn man lächelt, so fällt es den gegenüber oft schwer selbst nicht auch zu lächeln. Leider werden auch negative Schwingungen weitergegeben und genutzt. Das hat der Mensch nicht gern. Man verbündet sich lieber mit Gleichgesinnten oder Stärkeren und lässt sich ungern von der oft sehr negativen Stimmung von Menschen in der Krise anstecken. Man fühlt sich leicht überlegen und schaut auf sie herab und die Folge sind Mißachtung, Ungerechtigkeiten, Unfreundliches Verhalten.

Die Grafik zeigt, was die Spiegelneuronen bewirken: Wertschätzung, Akzeptanz und Gerechtigkeit erzeugen durch unsere Spiegelneurone Serotonin, Opiade, Oxytonzin, die Bindung wird besser, die Sympathie. Bei Menschen, von denen man weiß, sie sind in einer Krise, passiert das Gegenteil, Stresshormone werden ausgeschüttet. Der Kontakt allein stresst schon, man zieht sich lieber zurück.

Was ist die Möglichkeit,  Ungerechtigkeiten aufzulösen?

Reaktion bei Ungerechtigkeiten?

Es gibt immer 3 Möglichkeiten:

  1. Durchdrücken: Ich wehre mich gegen die Ungerechtigkeit und drücke eine gerechtere Lösung durch. Klar, das ist nicht erfolgreich, die Spiegelneuronen erkennen den Ankläger nur noch als Feind und reagieren mit Ablehnung.
  2. Nachgeben: Den eigenen Groll schlucken, Mund halten und akzeptieren, dass die Welt für Krisengeschädigte ungerecht ist.
  3. Die kommunikative Innovation: Sie wechseln die Perspektive und stellen erstmal eine positive Beziehung zu dem, der Sie ungerecht behandelt hat, her! Die Technik heißt Reframing und bedeutet, dass ich zu erstmal signalisiere, dass ich seine Ziele verstehe. Ich unterstelle eine gute Absicht!

Mit dieser Technik des Perspektivenwechsels kommen Sie mit 3 einfachen Schritten in die Lage, eine gute Beziehung herzustellen, und das ist wichtig für die Spiegelneuronen. Danach können sie Ihre Ziele nennen und fragen, wie die Gerechtigkeit wieder hergestellt werden kann?

1. Schritt: Die gute Absicht hinter einer Ungerechtigkeit erkennen. Nehmen wir als Beispiel den Chef, der eine Gehaltserhöhung zum Jahresende zugesagt hat, jetzt aber nichts mehr davon weiß. Ihm ist bekannt, dass Ihre Ehe in einer Krise ist.

Sie machen sich klar, was ist die gute Absicht hinter dieser Ungerechtigkeit? Vielleicht wollte er sich die Mühe sparen, Ihre Gehaltserhöhung in der Hierarchie durchzusetzen?

  • Sie sagen: ich verstehe, dass es ziemlich viel Einsatz von Ihnen erfordert, die zugesagte Gehaltserhöhung im Unternehmen durchzusetzen.

          Das kann ich gut nachvollziehen.

2. Schritt: Ihr Nutzen für die Zukunft der Firma

  • Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, das wichtige Projekt erfolgreich abzuschließen und dafür freue ich mich über die Gehaltserhöhung. Hier ganz viele Nutzenargumente sammeln, die nacheinander eingebracht werden können.

3. Schritt:  Offene Frage

  • Wie kann ich Sie unterstützen bei der Durchsetzung dieser Gehaltserhöhung?

Mit einer offenen Frage aktivieren sie das Gehirn des Gegenüber zum Nachdenken, wie der Nutzen umgesetzt werden kann.

Es gehört Größe dazu, diese 3 Schritte einzusetzen, denn man unterstellt ungern jemanden, der mich ungerecht behandelt, eine gute Absicht. Aber es ist so, bewußt oder unbewußt haben alle unsere Verhaltensweisen eine gute Absicht. Die braucht nicht immer ein Vorteil für das Gegenüber zu sein. Dann sucht man solange, bis man eine gute Absicht entdeckt, die man auch ausdrücken kann. Zwei wichtige gute Absichten gibt es:

  • Schutz: man will sich vor etwas schützen, sei es schlechte Stimmung oder Ablehnung, und ist deshalb ungerecht. Dazu kommt die Wirkung der Spiegelneurone, derjenige in der Krise wird unbewußt als nicht gleichwertig abgelehnt.
  • Durchsetzung: man will endlich Erfolge und begünstigt diejenigen, die dafür eine Garantie sind. jemanden in der krise traut man da nicht.

Wenn Sie mehr über das Reframing erfahren wollen, lesen Sie mein neues Buch „Verhandlungserfolge mit der Kraft der Emotionen“ https://bit.ly/2D72JVg. Ganz viel Erfolg wünsche ich Ihnen mit der 3-Schritt-Reframing Formel!

2018-09-24T12:41:24+00:00